Champagner
Das eleganteste Getränk der Welt

Die Lust auf Champagner soll auch der britische Premierminister Winston Churchill gekannt haben. Einige Flaschen seines Lieblingsgetränks begleiteten ihn auf all seinen Reisen in die Ferne. Es heißt, dass er seine Generäle im Zweiten Weltkrieg stets ermahnte: „Remember, Gentlemen: it’s not just France we are fighting for, it’s Champagne!“

Ein Champagner (französisch le champagne) darf sich nur so nennen, wenn er aus dem Weinbaugebiet Champagne in Frankreich stammt, wo er nach strengen Regeln angebaut und gekeltert wird. In dieser Region wird bereits seit über 1500 Jahren Wein angebaut. Damals zeichnete sich allerdings noch keineswegs ab, welch exklusives Getränk einmal als Symbol für diese Region stehen würde. Die Champagne entwickelte sich im frühen Mittelalter schnell zu einem pulsierenden Handelszentrum durch ihre zentrale Lage im mitteleuropäischen Raum. Vor allem in europäischen Adelshäusern erfreute sich der Wein aus dieser Gegend bald größter Beliebtheit. Schon Ludwig XIV. machte ihn zu seinem Hauswein und leitete damit einen Trend ein. Allerdings handelte es sich zu dieser Zeit, etwa Mitte des 17. Jahrhunderts, immer noch um Weine ohne Kohlensäure, die heute als Stillweine bekannt sind. Man entwickelte allerdings langsam eine Vorgehensweise, diesen Wein mittels Gewürzen, Zucker und Sirups „zum Leben zu erwecken“, also lebendig und perlend zu machen. Vor allem die Engländer forderten das neue Moussieren des Weines. So entstand das berühmte feinperlende Getränk, das über Jahrhunderte immer feiner und eleganter wurde.

Heute sind besonders die großen Marken darauf bedacht, dass ihre Champagner jedes Jahr die Stilistik und den Geschmack aufweisen, die für das Haus charakteristisch sind. Da jedes Weinjahr anders ausfällt, ist dies eine Aufgabe, die einen perfekten täglich trainierten Geruchs- und Geschmackssinn und enorme Erfahrung abverlangt. Es gilt schließlich, jedes Jahr einerseits die Standardweine und zudem die Spitzenerzeugnisse wie die cuvée prestige oder cuvée spéciale und die nur in exzellenten Weinjahren hergestellten Jahrgangschampagner, die millésimes, zu komponieren.

Champagner als Auftakt des Abends

Erfahrene Champagnertrinker trinken diese präzisen und schnörkellosen Weine als Apéritif, da sie sich mit ihrer Leichtigkeit, Eleganz und Frische hervorragend dazu eigenen. Wenn auch noch auf die malolaktische Gärung verzichtet wurde, hat er meist noch eine knackige Frische.

Champagner wird am besten liegend, bei einer Temperatur von 10 Grad im Dunkel gelagert. Die perfekte Serviertemperatur für Champagner liegt zwischen 8 und 11 Grad Celsius. Im Idealfall sollte man ihn im Kühlschrank vorkühlen. Etwa 20 bis 30 Minuten vor dem Servieren stellt man ihn in einen Kühler, der zur Hälfte mit eiskaltem Wasser und Eiswürfeln gefüllt ist. Der Champagner sollte rechtzeitig gekühlt werden, denn ein Temperaturschock im Gefrierfach tut ihm nicht gut. Zum Servieren des Champagners ist ein tulpenförmiges Glas ist perfekt, denn es fängt die Aromen im Zentrum ein, so dass sich Bouquet und Geschmack ideal entfalten können. Rosé-Champagner kann auch im großen Burgunderglas kredenzt werden. Wenn man ihn als Aperitif serviert, passt beispielsweise die Kombination mit Ziegenkäse, Parmesan oder Foie Gras besonders gut.

Der Jahrgangschampagner

Jahrgangschampagner müssen mindestens 30 Monate reifen, meistens aber sind es acht bis zehn Jahre. Entsprechend komplex und geprägt von den durch die Reifung entstehenden Sekundäraromen sind die Champagner am Ende. Sehr trockene Champagner wie sortenreine Chardonnays ohne Dosage führen im Namen Zusätze wie zéro Dosage, ultra brut, brut sauvage, brut nature, brut intégral, brut absolu, brut extreme oder brut extra. Diese Bennenung ist nur bei einem Restzucker von maximal drei Gramm pro Liter erlaubt. Die Komposition der Grundweine, der Vins Clairs, ist eine hohe Kunst. Die Grundweine für die Komposition kommen einerseits aus unterschiedlichen Rebbergen und Lagen des aktuellen Jahrgangs und wurden separat ausgebaut; zum andern aus Tanks, in denen Weine aus früheren Jahren, die sogenannten Reserveweine, bei kühlen acht bis zehn Grad Celsius aufbewahrt werden.

Manche Häuser lagern ihre Reserveweine in Tanks, während sie bei anderen in Magnumflaschen lagern. Die für die Komposition der Cuvée verantwortlichen Kellermeister gehören oft zum Direktorium. Die Vorbereitung und Auswahl treffen stets mehrere Önologen unter Leitung des Kellermeisters. Bei der Mischung oder Assemblage müssen sie berücksichtigen, wie sich die vorgeschriebenen 15 Monate Reifezeit, in denen die Flaschen die zweite Gärung durchmachen, auf den Geschmack auswirken. Circa 1,2 Kilo Trauben werden für eine Flasche Champagner benötigt. Nur wenige der großen Markenchampagner haben allerdings genügend eigene Rebberge und müssen daher Trauben oder durchgegorenen Most hinzukaufen, zu teilweise sehr hohen Preisen. Für ein Kilo Champagnertrauben können in Grand Cru-klassifizierten Orten Höchstpreise erzielt werden.

 

 

 

Champagner-Sorten

Natürlich ist Champagner nicht gleich Champagner, für die vielfältigen Momente in denen man sich den König der Schaumweine auf die Zunge legen kann, gibt es eine Vielzahl an Champagnersorten, die nicht nur im Geschmack, sondern auch bei der Rebsortenzusammenstellung, Herstellungsmethoden, Lagerfähigkeit und Preis weit auseinanderliegen. Was die Möglichkeit angeht, Champagner und Zigarren zu kombinieren findet man die ersten Hinweise schon auf dem Etikett.

 

 

 

Champagner Non Vintage (NV )

Champagner ohne Jahrgangsbezeichnung, wird, wenn nicht anders gekennzeichnet, aus allen drei Rebsorten hergestellt und ist in der Regel ein frischer, jung zu trinkender Aperitif-Champagner. Steht gerne für die Stilistik des Champagnerhauses. Je nach Stil kompatibel mit Zigarren, situativ meist passend zu leichten, fruchtigen Tageszigarren.

 

Champagner Vintage

Jahrgangschampagner muss logischerweise mit einer Jahreszahl versehen sein. Die meisten Häuser produzieren nur in guten Jahren Vintage-Champagner. Viele reife Champagner passen besser zu Zigarren als junge, weil sie körperreicher und vollmundiger sind.

 

Cuvée Prestige

Fast alle Champagnerhäuser leisten es sich, neben ihren Basiscuvées in Weiß und Rosé und ihren Vintagechampagnern, in guten Jahrgängen eine herausragende Qualität abzufüllen, die aus besonderen Lagen und meistens als Jahrgangschampagner produziert wird. Dieser Champagner fordert mehr als alles das Geschick des jeweiligen Kellermeisters und ist selbstverständlich der Vorzeigechampagner.

 


Champagner Rosé

Ob als Verschnitt aus roten und weißen Grundweinen oder nach der „Saignée“-Methode, bei der rote Trauben unter ihrem eigenen Gewicht „ausbluten“, Roséchampagner ist, je nach Qualität, oft fruchtiger und breiter am Gaumen als weißer Champagner. Daher auch meist gut zu Zigarren zu genießen.

 

Blanc de Noirs

Nur aus Pinot-Noir- und/oder Pinot Meunier-Trauben hergestellt. Blanc de Noirs aus einem Pinot Noir ist deutlich häufiger zu finden als reiner Pinot Meunier. Haben mit und ohne Jahrgang meist gutes Potential zu reifen und passen oft gut zu Zigarren, insbesondere zu hochwertigen aus der Dominikanischen Republik.

 

Blanc de Blancs

Champagner, der nur aus Chardonnaytrauben hergestellt wird, hat auch ohne Jahrgangsbezeichnung meist schon ein gutes Reifepotenzial. Verhält sich zu Zigarren umso besser, je voller er im Geschmack ist.

 

 

Die Rebsorten

Zur Champagnerherstellung sind nur drei Rebsorten offiziell zugelassen, die in den meisten Champagnern zum Einsatz kommen. Sortenrein werden sie eher selten ausgebaut.

 

Chardonnay

Diese einzige weiße Rebsorte, aus der Champagner hergestellt werden darf, sorgt in jungen Champagnern für die Frische und die Stringenz. Wenn der Champagner reift, bewahrt der Chardonnay die Fruchtigkeit.

 


 

Pinot Noir

Die große Burgundische Rebsorte ist in Deutschland als Spätburgunder bekannt. Sie steht vor allem für Kraft und Körper im Champagner.

 


 

Pinot Meunier

Der Pinot Meunier wird Schwarzriesling und – wegen seines weißen Belags – auch manchmal Müller-Rebe genannt. Sie bringt die subtilen Aromen, die Fülle und den Schmelz in den Champagner.

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